Neues vom Hof

Am Donnerstag ist es unserem Stallteam gelungen noch einmal etwas Heu vor dem Regen zu pressen und zur weiteren Belüftung in die Scheune zu fahren. Mit leicht angewärmter Luft können wir die Ballen langsam weiter trocknen, sodass sie lagerfähig werden.

Am Dienstag können wir einen Schwung Asia-Salat im Freiland schneiden, sodass die kleinen Salatköpfe noch eine Woche weiter wachsen können. Unsere Gurken und Zucchini sind aufgrund der Wärme weiterhin gesund und wir können noch viele Früchte ernten. Wir beginnen mit der Ernte des Herbstporrees. Die samenfeste Sorte "Haldor" hat sich in Grummersort in den vergangenen Jahren sehr bewährt, sodass ausschließlich samenfeste Porreesorten für den Herbst und Winter anbauen.

 

Aus der Solawi

 

Monsanto & Co. Kritik #1: Die Landwirte geraten in Abhängigkeit von den Konzernen (Teil 2). Nina Gmeiner berichtet regelmäßig zum Thema Saatgut

Warum ist das ein Problem für die Landwirte, wenn die Konzerne doch technisch sehr innovative Saaten verkaufen? Dafür müssen wir uns den globalen Norden und Süden getrennt betrachten.

Im globalen Norden gibt es grob zwei Unterscheidungsmöglichkeiten für die Art, wie Landwirtschaft betrieben wird: großindustriell oder als Kleinbetrieb. Beide Formen der Landwirtschaft gibt es dann als konventionell oder ökologisch (in der Umgangssprache „Bio“) wirtschaftend.

Die industrielle Landwirtschaft arbeitet möglichst zeit- und kosteneffizient, d. h. sie setzt auf weniger Gewinn pro Pflanze, dafür sehr viele Pflanzen. Deshalb wird oft auf riesigen Feldern in Monokultur (also nur einer Pflanzenart, die auf vielen Hektar durchgehend angebaut wird), hohem technischen Aufwand (v. a. viele, spezialisierte Maschinen, z. B. sehr präzise Saatmaschinen und extra Möhrenernter) und unter Einsatz von Pestiziden und Dünger angebaut. Sie verkauft oft am Großmarkt, wo sehr einheitliche Ware verlangt wird – das geht bis hin zu Vorgaben wie „jeder Apfel muss einen Durchmesser von 63 – 68 mm haben und zu genau drei Vierteln diesen bestimmten Rotton aufweisen“, ähnliche Vorgaben gibt es für Möhren, Kartoffeln, etc.

Die Kleinbetriebe müssen natürlich auch darauf gucken, dass sie in der verfügbaren Zeit auch genug produzieren, um mit ihren Waren Gewinn machen zu können. Oft sind sie aber vielfältiger aufgebaut (bauen mehr verschiedene Sorten an und verkaufen z. B. an den Großhandel, lokale Geschäfte und direkt auf dem Wochenmarkt) und damit etwas flexibler (z. B. im Aussehen der Früchte). Auch sie arbeiten mit Maschinen, die sind aber oft für mehrere Zwecke einsetzbar.

Für die industrielle Landwirtschaft sind die Konzern-Sorten ziemlich ideal: das Saatgut ist in der Größe normiert und so gut mit Maschinen auszusäen. Gleiches gilt für die daraus entstehenden Pflanzen und Früchte, sie sind sehr einheitlich (homogen); z. B. alle keimen und wachsen zum genau gleichen Zeitpunkt und sind alle auf einmal reif. Sie sind oft gegen bestimmte Spritzmittel resistent und nehmen Dünger gut auf. Die Früchte sind (fast) gleich groß und gefärbt. Nur durch diese Details ist der Anbau mit Maschinen erfolgreich, die Sorten (und damit die Natur) wurden also an die Technik angepasst. Ein Nachbau der Sorten aus eigener Ernte ist wegen dem Zeitaufwand für die Saatgutaufbereitung (waschen und trocknen des Saatguts, …) oft nicht wirtschaftlich, es würde also sowieso jedes Jahr Saatgut gekauft werden.

Ein Problem mit den Einschränkungen der Konzern-Sorten haben vor allem die kleineren Betriebe, für sie wäre es teilweise interessant, Saatgut selbst aufzubereiten und an den Standort anzupassen, um weniger Ausgaben für Pestizide und Dünger zu haben. Noch mehr protestiert (zunehmend) die ökologische Landwirtschaft: viele der Sorten, die es im Moment gibt, funktionieren nur schlecht für die strengen Bio-Richtlinien (z. B. mildere Pestizide und weniger Dünger). Hier ist der Bedarf nach Alternativen zu den Konzern-Sorten größer.

 

Pro Ernteanteil gibt es Milchprodukte aus 8 l Kuhmilch:

  • 2 l Milch
  • 2 Becher Joghurt (je 500 g)
  • 250 g Kräuterquark
  • 220 g Frischkäse
  • 285 g Stedinger Schnittkäse

 

Aus der Bäckerei

 

Diese Woche gibt es für jeden vollen Anteil ein Roggensonnenkernbrot oder ein Vierkornbrot weiterhin von der Backtube aus Bremen und die halben Anteile bekommen jeweils ein halbes Brot.

Aus der Fleischverarbeitung

Diese Woche gibt es für alle vollen Anteile Wienerwürstchen.

 

4 Eier vom Johannshof

Aus der Gärtnerei

Pro Ernteanteil gibt es ca. 3,5 kg Gemüse, 1 Kopf Salat und 1 kg Kartoffeln. 

 

0,8 kg Möhren „Oxella“
1 Bund Kräuter Thymian z.B. zum Trocknen
100 g Salat-Rauke
0,4  kg Tomaten (verschiedene Sorten)
250 g Zwiebeln Sorte "Bajosta"
0,8  kg Zucchini
1 Stück Gurke
etwas   Asia-Salat
0,8 kg Porree Sorte "Haldor" von der Bingenheimer Saatzucht
1 kg große Kartoffeln Sorte "Goldmarie"

 

Die in der Tabelle angegebenen Mengen sind Richtwerte für einen Ernteanteil. Innerhalb der Depots kann die Ware auch getauscht werden.

 

Viele Grüße aus Grummersort,
Eike

 

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